Gespaltenes Frankreich

Egal wie morgen die Wahlen ausgehen. Macro-Le Pen. Noch nie in den 19 Jahren in denen ich hier lebe, habe ich so eine Schlammschlacht erlebt. Die sozialen Netzwerke tun das Übrige. Viel beängstigender als das Resultat morgen, ist die Situation des Landes. Der Riss geht quer durch Frankreich. In den Städten war es eher Macron (beim ersten Wahlgang), auf dem Land Le Pen. Frankreich steckt in einer tiefen Identitätskrise. Beide Kandidaten haben ihre Vorstellungen das Problem zu lösen.Aber es gibt eigentlich keine echten realistischen Lösungsvorschläge. Wenn ich mit Menschen über Politik spreche, spüre ich ihre Verzweiflung und bei manchen auch Wut und Ohnmacht.

Vielen Bauern geht es echt schlecht. Viele kämpfen ums überleben. Die Suizidrate ist enorm hoch. Man spricht von Umweltschutz, fährt aber Milch aus dem Osten Europas nach Frankreich, weil es billiger ist. Der in Frankreich noch existierende Klassenkampf hat sich in dieser Wahlkampfzeit noch mehr herauskristallisiert. Bei den Maidemos sah man in den Medien wieder einen Polizisten in Brand, von gewaltbereiten Jugendlichen mit einem Molotovcocktail getroffen. Wer hat hier noch Respekt vor der Polizei? Wenn Drogenbanden mit fetten deutschen Autos durch die Gegend fahren und die Polizei mit einem alten klapprigen, zerbeulten Clios da was anrichten wollen, können einem nur die Tränen kommen. Der Bruch geht durch das ganze Land. Egal wer gewinnt, neue Demos stehen vor der Tür. Neue Gewalttaten, wieder Schäden, an öffentlichen Einrichtungen, die von Steuergeldern bezahlt werden müssen. Und dann ist ja noch die ständige Terrorgefahr.

Frankreich ein sozialpolitisch, wirtschaftliches Pulverfass. Eins wird einmal mehr Klar : Die stolze Nation ist zerbrochen und braucht Gebet ! Hochmut kommt vor dem Fall. Wir haben gerade beides. Klar, hier rufen nur Christen zu Gott, um das Land zu retten. Aber vielleicht braucht es gerade den Ruf der Kinder Gottes, damit Jesus Christus in diesem Land einen geistlichen Aufbruch schenkt.