Gestützt

To live alone people... An elder man who thinks about life. Sephia image and grandfather.

Es gibt immer wieder Momente im Leben, wo ich mich besonders frage: HERR, Wie? Was? Wie soll ich reagieren? Was soll ich sagen? Soll ich was sagen?

In unserer therapeutischen Missionsarbeit gibt es immer wieder solche Momente, an denen ich mich irgendwie einsam fühle. Klein und gering. Gerade wenn soviel menschliche Tragödie und Leid auf einmal auf mich eindringen. Seit kurzem begleite ich einen gläubigen Mann. Alleinstehend, seit Jahren von Antidepressiva vollgestopft, kam er zu mir. Er kann nicht mehr beten. Von der Gemeinde im Stich gelassen, wegen seiner homosexuellen Neigung, die er aber nicht auslebt. Er kommt zu mir, um Hilfe zu finden, geistlich und psychisch. Wir werden uns jetzt ein,al in der Woche treffen. Vor ein paar Tagen, rief mich ein anderer Mann an, um einen Termin zu bekommen. Am Montag hab ich ihn getroffen. Er ist nicht gläubig, ihm wurde aber empfohlen mit mir Kontakt aufzunehmen.  Ein junger Mann, Sprachschwierigkeiten, kein Diplom. Er arbeitet als « Aufpasser » in schulischen Einrichtungen. Jetzt wurde er suspendiert, weil er ein Mädchen intim berührt hat. Die schwer juristische Maschine hat sich in Gang gesetzt. Er versteht selber nicht, was in ihm vorging in dem Moment. Als ich ihn fragte was er sich von der Therapie erwartet sagt er: « Damit sich das positif auf’s Strafmass auswirkt. » Das ist alles? Nein, natürlich nicht, seine Lebensgeschichte ist nicht dramatisch, aber traurig schon, er wirkt verloren, im psychischen und im geistlichen Sinne.

Beide Männer kommen zu mir wohlwissend, dass ich gläubig bin. Seit ein paar Wochen « explodieren » die Anfragen an uns. Ein älterer Mann, den ich mehr als ein Jahr wöchentlich begleitet habe, hat seine Therapie jetzt beendet. Er konnte einige Wochen vor dem Ende der Therapie sogar seine Antidepressiva komplett absetzen und das mit dem « Segen » des Arztes. Solche Momente tun gut, wohlwissend, dass ich eigentlich nur Spiegel und zeitweise Krücke sein kann. Schön, wenn sich Menschen abstützen können und dann wieder laufen lernen.

Danke, dass ihr so treu hinter uns steht! Wir brauchen eure geistliche Unterstützung!