Befreit

Late night internet addiction or working late man using laptop at a desk in the dark

Therapien mit Paaren und Einzelnen gehen meist über mehrere Monate. Die Gründe sind sehr unterschiedlich. Ich konnte über längere Zeit eine junge Frau begleiten. Sie kam Anfangs, um von ihrem Pornokonsum wegzukommen. Sie war einverstanden ihr Erleben nieder- zuschreiben. Den Namen nennen wir allerdings nicht. Hier ihr Zeugnis:

Ich hatte mich entschieden, eine Therapie zu machen, denn seit etwa 15 Jahren konsumierte ich regelmässig Porno.Das war mich sowohl ein moralisches, als auch ein intellektuelles und geistliches Problem. Ausserdem möchte ich gern eine Familie gründen und die Zeit vergeht. Ich dachte, irgendwas läuft nicht rund bei mir.

Jede Woche, über sechs Monate hinweg, ging ich in die Therapie, um mich anzuvertrauen und Auswege aus meinem Problem zu finden. Rauszukommen aus der Einsamkeit. Anfangs haben wir versucht zu verstehen, was mich zu diesen Filmen hinzieht, haben aber dann vor allem an meinem Selbstwertgefühl gearbeitet. Dieser Prozess der Therapie war gerade am Anfang ein sehr tiefes in Frage stellen meiner Identität, der Sinn meines Lebens und das Verstehen meiner verschiedenen Lebenserfahrungen.

Ich bin echt dankbar, denn ich fühlte mich jahrelang sehr einsam damit, ekelte mich selbst an, und ich fühlte mich einfach nur unwürdig. Ich brauchte es echt mich von dieser Last zu befreien.

In der Therapie hatte ich den Eindruck, dass man mir mal zuhört und ich fühlte ich als Person respektiert. So ging es nicht nur um mein Pornoproblem, sondern auch an

dere Aspekte kamen ins Gespräch. Meine Lebensgeschichte und das ich auch lernen muss loszulassen, nicht alles beherrschen zu wollen. Im Laufe der Zeit hab ich dann echt eine Art Befreiung erlebt, aber nicht nur da wo ich es erwartet habe, auch in andern Bereichen meines Lebens.

Ich fühl mich heute nicht nur besser, sondern kann mich nun auch selbst respektieren. Auch wenn ich aus persönlichen Gründen die Therapie nach 6 Monaten abgeschlossen hab, merke ich, dass es noch ein Stück Arbeit ist, aber ich glaube, dass ich jetzt Werkezeuge in der Hand hab um selbst vorwärts zu gehen.